Muskelreaktionstest

Kinesiologischer MuskeltestPhysiologie

Der Muskelreaktionstest basiert auf zwei physiologischen Prinzipien:
Der neurophysiologischen Basis einer Reizreaktion
Der idiomotorischen Steuerung

So wie in der EDV die Grundlage all ihrer Funktionen die Elektrophysik ist, in der „Strom fließt / Strom fließt nicht“, so entspricht das in der Steuerung unserer willkürlichen Skelettmuskulatur einem „Muskelkontrolle vorhanden / Muskelkontrolle verloren“. So wie EDV-Nutzer jedoch mit (vorgefertigten) Programmen arbeiten bzw. auch eigene Programme erstellen können, während sie die elektrophysikalische Grundlage zwar kennen, aber nicht im Arbeitsalltag einbeziehen, so macht auch die Anwendung des Muskelreaktionstests nur unter einem programmatischen Aspekt Sinn – was durch die Idiomotorik ermöglicht wird.

Grundlage „Stressreaktion“

Unsere Skelettmuskulatur wird im Großen und Ganzen willkürlich benutzt: In der Regel tun wir mit unserem Bewegungsapparat das, was wir wollen.
Sobald eine plötzliche Gefahr von unseren Sinnen wahrgenommen wird, bräuchte eine Verarbeitung einschließlich angemessener körperlicher Reaktion üblicherweise zu lange, um uns in Sicherheit zu bringen. Kostbare Bruchteile von Sekunden können lebensrettend sein. In solchen Situationen wird die Skelettmuskulatur für Wichtigeres gebraucht; die laufende Handlung wird unterbrochen (z.B. Schrecksekunde, Reflex) zugunsten einer Gefahrenabwendung (Flucht, Kampf).

Dieser kurzfristige Verlust der Kontrolle über die Skelettmuskulatur bei Konfrontation mit einem (auch minimalen) Gefahrenreiz ist die „Hardware“ des Muskelreaktionstests. Er betrifft die gesamte willkürlich gesteuerte Muskulatur.

Die Wahrnehmung von Gefahren (mit den entsprechend folgenden Stressreaktionen) ist äußerst sensibel und bleibt oft unterschwellig, dringt also nicht immer bis ins Bewusstsein vor. Am Verlust der willkürlichen Muskelkontrolle lassen sich dann jedoch im Rückschluss auch solche subtilen Gefahrenreize nachweisen.

Die Reaktionsfähigkeit auf Stressreize ist eine physiologische Voraussetzung für das „technische“ Funktionieren des MRT (so wie „Strom an / Strom aus“ die technische Grundlage der EDV ist), aber keineswegs eine Erklärung zum Verständnis der Testabläufe und -ergebnisse.